Neue Perspektiven für Bauen, Landschaft und ?kologie Donnerstag, 30. April 2026

v.l.: Prof. Dr. Karin Schnitker, Prof. Dr. Niklas Scholle, Prof. Dr. Marie Hanusch sowie Prof. Dr. Tim Wertebach

Antrittsvorlesung am Campus Haste der Fakult?t Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur verbindet Forschung, Praxis und pers?nliche Einblicke

Die Antrittsvorlesung am Campus Haste der Fakult?t Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur verband auf  unterschiedliche Perspektiven auf das Planen, Bauen und Gestalten unserer Umwelt. Moderiert von Prof. Dr. Karin Schnitker, Dekanin der Fakult?t, spannte sich ein thematischer Bogen von Baustoffen und Bauprozessen über Fragen der Landschaftsplanung bis hin zu grundlegenden ?kologischen Zusammenh?ngen. So zeigte bereits der Auftakt von Prof. Dr.-Ing. Niklas Scholle, wie sich scheinbar widersprüchliche Anforderungen im Bauen vereinen lassen, w?hrend Prof. Dr. Marie Hanusch daran anknüpfend die komplexen Wechselwirkungen in der Landschaftsplanung und deren gesellschaftliche Bedeutung beleuchtete. Den Abschluss bildete Prof. Dr. Tim-Martin Wertebach, der den Blick auf B?den als verbindendes Element zwischen ?kologie und Gestaltung richtete und damit die zuvor aufgezeigten Themen auf eine grundlegende systemische Ebene führte.

Prof. Dr.-Ing. Niklas Scholle – Professur für Baustofftechnologie (seit September 2024)

Beton, Bienen, Baudenkmal – und sogar ein L?wengehege: In seiner Antrittsvorlesung spannt Prof. Dr.-Ing. Niklas Scholle einen ungew?hnlichen Bogen und macht gerade dadurch eine zentrale Frage des Bauens sichtbar: Wie entstehen gute L?sungen, wenn unterschiedliche Anforderungen gleichzeitig gelten? Am Beispiel des Betons zeigt Scholle, warum der Baustoff trotz seiner Klimarelevanz auch künftig unverzichtbar bleibt – allerdings nur, wenn er intelligenter, ressourcenschonender und anwendungsbezogen eingesetzt wird. Die Bienen stehen im Vortrag für Effizienz, Anpassungsf?higkeit und funktionale Ordnung, das Baudenkmal für den verantwortungsvollen Umgang mit dem Bestand. So wird deutlich, dass die Zukunft des Bauens nicht nur im Neubau liegt, sondern im klugen Weiterbauen vorhandener Strukturen. Die Anekdote vom L?wengehege im Zoo führt schlie?lich anschaulich vor Augen, worauf es beim Planen und Bauen ankommt: Nicht die perfekte Einzell?sung überzeugt, sondern die ausgewogene Abw?gung zwischen berechtigten, oft widersprüchlichen Anforderungen.

Der Vortrag legte damit eine Grundlage für die weiteren Beitr?ge, indem er die Bedeutung integrativer L?sungsans?tze hervorhob – ein Gedanke, der sich auch in den folgenden Perspektiven auf Landschaft und ?kologie wiederfindet.

Prof. Dr. Marie Hanusch – Professur für Landschaftsplanung (seit Februar 2024)

Prof. Dr. Marie Hanusch beleuchtete in ihrer Antrittsvorlesung mit dem Titel ?Biber, Heidschnucken, Windr?der – ?ber den Wert der Landschaftsplanung“ die vielf?ltigen Funktionen und die gesellschaftliche Bedeutung der Landschaftsplanung. Sie zeigte auf, dass Landschaftsplanung weit mehr ist als ein formelles Instrument des Naturschutzes. Landschaftsplanung verbindet ?kologische, wirtschaftliche, kulturelle und planerische Aspekte und schafft so eine wertvolle Grundlage für eine zukunftsf?hige Landnutzung und eine nachhaltige Raumentwicklung. Anhand anschaulicher und amüsanter Beispiele – etwa des Bibers als ??kosystemingenieur“ – wurde deutlich, wie natürliche Prozesse zur Gestaltung und Aufwertung von Landschaft beitragen k?nnen. Gleichzeitig ging Marie Hanusch auf aktuelle Herausforderungen wie den Ausbau erneuerbarer Energien, Klimaanpassung und Nutzungskonflikte ein. Sie betonte den Wert der ausgewogenen Steuerung verschiedener Landnutzungen und die Bedeutung von Partizipation, um Planungsprozesse transparent zu gestalten und unterschiedliche Interessen einzubinden. Auch innovative studentische Projekte verdeutlichten praxisnah die Bandbreite moderner Planungsans?tze. In zwei Forschungsvorhaben zur Grünen Infrastruktur arbeitet sie mit einem breit aufgestellten Team daran, den aktuellen Herausforderungen zu begegnen und die landschaftsplanerischen Werte sowohl auf Bundesebene als auch auf regionaler und st?dtischer Ebene besser umzusetzen.

Anknüpfend an die zuvor aufgezeigte Notwendigkeit, unterschiedliche Anforderungen zusammenzudenken, machte dieser Vortrag deutlich, wie komplex und zugleich gestaltbar die Wechselwirkungen in Landschaftsr?umen sind.

Prof. Dr. Tim-Martin Wertebach – Professur für ?kologische Standortkunde (seit August 2024)

Tim Wertebach: ?Vom Standort zum System- B?den als Schnittstelle von ?kologie und Gestaltung“
Im abschlie?enden Vortrag stellte Prof. Dr. Tim-Martin Wertebach seine Perspektive für die Professur ??kologische Standortkunde“ vor. Im Kern stand dabei die Feststellung, dass es klassische Felderfassungen von Boden und Wasser braucht, um die systemischen und ?kologischen Zusammenh?nge auf übergeordneter Ebene erkl?ren und darstellen zu k?nnen. Da B?den die Schnittstelle unterschiedlicher Umweltmedien und Fachdisziplinen bilden, ist ihre Berücksichtigung bei Planungs- und Umsetzungsprozessen von besonderer Relevanz. In seiner bisherigen beruflichen und akademischen Laufbahn lag ein besonderer Schwerpunkt auf der Kohlenstoffspeicherung in unterschiedlichen ?kosystemen. Seine damaligen Forschungsarbeiten zu Landnutzungseffekten fanden dabei mit einem Schwerpunkt in Westsibirien statt. Diesen Blick über den Tellerrand m?chte Wertebach auch in seiner zukünftigen Lehre f?rdern. Beruflich standen beim Landesamt für Natur, Umwelt und Klima vor allem Moore im Zentrum seiner Arbeiten. Mit der Professur an der dafabet888官网,大发dafa888 Osnabrück ergeben sich nun vielf?ltige M?glichkeiten diese thematischen Schwerpunkte im Umfeld interdisziplin?rer Projekte wiederaufzugreifen und zu vertiefen.

Der Vortrag führte die zuvor angesprochenen Themen konsequent zusammen, indem er die Bedeutung grundlegender ?kologischer Prozesse als Basis für Planung und Gestaltung herausstellte.

Im Anschluss an die Vortr?ge entwickelte sich ein reger Austausch, an dem sich Kolleginnen und Kollegen, Weggef?hrten sowie Familienangeh?rige beteiligten. Bei Snacks und Getr?nken fand die Veranstaltung in entspannter Atmosph?re ihren Ausklang und bot Raum für pers?nliche Gespr?che und vertiefende Diskussionen.

Die n?chste Antrittsvorlesung ist bereits für das Wintersemester geplant, weitere Details werden noch bekannt gegeben.

 

Von: Ronan Morris